"Ayurveda ist doch nutzlos - pure Geldveschwendung.."


Solche oder ähnliche Aussagen im Hinblick auf alternatives Heilwissen - insbesondere dem Ayurveda - sind keine Seltenheit. 


Sie richten grossen Schaden an, da sie in der Regel auf fehlendem Verständnis oder nicht vorhandener Sachkenntnis beruhen.


Ist Ayurveda nutzlos? Wir klären auf!

Leider ist es in unserer Welt so, dass mit solcherlei abwertenden Aussagen Zweifel gestreut werden, die wellenartig um sich greifen. So auch die Aussage: "Ayurveda ist doch nutzlos!" Wie ein kleiner Kieselstein, der ins Wasser geworfen wird und die Wellen bis zum Ufer eines kleinen Teiches treibt.

Es könnte ja etwas dran sein, oder nicht? Wie wäre es mit einer umgekehrten Feststellung als Startpunkt: „Es ist was dran an der ayurvedischen Methode, und zwar sehr viel!“

Tauscht man die Zweifel hinsichtlich der Wirksamkeit - sicherlich auf Einzelerfahrungen basierend - gegen die positiven Erfahrungen von Millionen von überzeugten Menschen aus, drängt sich eine wichtige Frage in den Vordergrund: „Was hat jemand falsch gemacht, der den Ayurveda derart in Abrede stellt?!“ Will man den Ayurveda mit der schnellen Wirkung schulmedizinischer Mittel vergleichen, kann das uralte Heilwissen nicht punkten.

Wer sich jedoch damit beschäftigt, hat meistens negative schulmedizinische Begegnungen gehabt und ist auf der Suche nach echten und natürlichen Lösungen. Die müssen nicht schnell sein, aber nachhaltig und dauerhaft.

Zum richtigen Verständnis gibt es also eine Reihe von Fragen zu klären über das mehr als 5‘000 Jahre angesammelte und praktizierte Heilwissen des Ayurveda und - im Gegenzug - der schulmedizinischen Entwicklung seit Mitte des 19. Jahrhunderts.

Ayurveda = Wissenschaft für gesundes Leben

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO – World Health Organization) erkannte Ayurveda 1976 offiziell als „traditionelle Medizin“ an

Ein Mensch wird gesund genannt, dessen Physiologie im Gleichgewicht ist, dessen Verdauung und Stoffwechsel gut arbeitet, dessen Gewebe und Ausscheidungsfunktionen normal funktionieren und dessen Seele, Geist und Sinne sich im Zustand dauerhaften, inneren Glücks befinden.

— Sushruta Samhita, Sutrasthana XV.41. (ca. 1Jh.n.Chr.)

Negative Aussagen

Es gibt sicherlich verschiedene Gründe, weshalb einige Menschen der Ansicht sind, der Ayurveda sei nutzlos. Allen gemeinsam ist aber das fehlende Verständnis - sowohl für das alte Heilwissen als auch für die Funktionsweise des menschlichen Körpers.


Krankheit ist niemals lokal. Stets befällt sie Körper, Geist und Seele gleichermassen. Eine Erkrankung könnte man als eine Verkettung ungünstiger Umstände betrachten. Ihre Wurzel liegt in der Unwissenheit - darüber, was die menschliche „Dreieinigkeit“ (Körper-Geist-Seele) gerade in diesem Moment/an diesem Tag/in dieser Zeit bedarf.


Krankheit bedeutet Mangel! „Psychosomatik“ - ein Teilbegriff der Medizin. Er ist so zu verstehen, dass eine Krankheitsursache sich nicht oder nicht vollständig körperlich definieren lässt. Dieser Fachausdruck beschreibt die Wechselwirkungen zwischen biologischen, psychologischen sowie sozialen Bedingungen von Erkrankungen.


Übersetzt bedeutet es, dass eine körperliche Beeinträchtigung stets die Psyche mit einbezieht und umgekehrt. Man denke hier an Stress, welcher beispielsweise häufig für Schlafstörungen (und so vieles andere) verantwortlich ist, welche wiederum die fehlende Regeneration erklären.


Ein weiteres grosses Thema heute ist der moderne Lifestyle. Hier haben Zivilisationskrankheiten wie etwa Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, eine Reihe von Krebs- und Atemwegserkrankungen, Allergien sowie Burnout ihre Ursache. Das alles ist keine Seltenheit und die Schulmedizin hier keine Hilfe. Allenfalls wird symptomatisch behandelt: Insulin gegen Diabetes, Schmerzmedikamente gegen Kopf-/Rückenschmerzen, Antiallergika gegen jegliche Art von Allergien, Antidepressiva gegen Depressionen und Schlafstörungen.


Die Krankheitsursache wird in der Schulmedizin selbst vielleicht erkannt, aber nicht an der Wurzel gepackt. Lediglich die Symptome werden schulmedizinisch gelindert. Eine echte und dauerhafte Lösung ist hier nicht in Sicht, obwohl meist eine rasche Linderung wahrgenommen wird.


Schnell ist der Ayurveda wahrhaftig nicht. Hier ist man ausschliesslich an individuellen, langfristigen und echten Lösungen interessiert - nicht daran, Symptome 'wegzuretuschieren'. Wir werden es später in diesem Artikel noch ausführlicher erfahren: Krankheit und Unwohlsein beruhen stets auf einem Ungleichgewicht.


Der Ayurveda nahm seinen Anfang bereits in der Jungsteinzeit vor mehr als 5‘000 Jahren. Tag für Tag wuchs dieses Heilwissen an und hat sich zu einer ernstzunehmenden Methode entwickelt, die bei Menschen (und Tieren) die Heilung anstösst. Symptome sind lediglich ein Hinweis auf eine zugrundeliegende Störung. Der Schulmediziner greift in der Regel nach wenigen Minuten zum Rezeptblock. Die nächste Anlaufstelle ist dann die Apotheke. Symptome beseitigt - fürs Erste!

Heilsame Begegnungen

Wo kommen wir her? Unserer Vorfahren - Homo sapiens - kannten all die Bequemlichkeiten, von denen wir heute profitieren, nicht. Mit ihrem Wissenschatz in puncto Gesundheit waren sie uns allerdings weit überlegen. Ganz genau wusste so eine Mutter, was sie zu tun hatte, wenn ihr Kind sich das Knie aufschlug. Stressbedingter Spannungskopfschmerz war anno dazumal unbekannt - wie so vieles andere, unter dem wir heute leiden. Erst der Ackerbau und das Sesshaftwerden liessen Besitzstreben und Existenzängste aufkommen. Stress - mit all seinen körperlichen und seelischen Folgen - hat sich zu einem ernstzunehmenden Gesundheitsthema entwickelt. Vorbei die Zeiten, als Stresshormone bei der Begegnung mit dem Bären oder Säbelzahntiger auf- und bei der Flucht zu Fuss wieder abgebaut werden konnten. Heute ist das Wort mit den 6 Buchstaben (S T R E S S) ein steter Begleiter, der auch vor der Bettkante nicht haltmacht. Freilich, wir könnten eine Schlaftablette nehmen und die Nacht ist gerettet. Auf die Dauer sorgen diese kleinen Helferlein allerdings für Abhängigkeit.

Ayurveda ist für alle Wesen ein Segen

Wer den Weg des Ayurveda einschlägt, zeigt sich eigenverantwortlich. Der ayurvedische Heilansatz will erfasst und begriffen werden. Mitnichten geht es hier darum, diverse Mittelchen zum finanziellen Wohl einiger Weniger zu vertreiben. Diese helfen lediglich dabei, die angeborene Balance wiederherzustellen; ebenso die diversen Reinigungstechniken. Gesundheit kann sich erst einstellen, wenn die individuelle Homöostase perfekt ist! Diese ist bei unterschiedlichen Menschen niemals identisch, was im Ayurveda umfangreich Berücksichtigung findet. Das Heilwissen ayurvedischer (ganzheitlich arbeitender) Ärzte unterscheidet sich massgeblich von dem Wissen der Schulmedizin, die nicht das Individuum Mensch in Augenschein nimmt, sondern die Krankheit.

Die Philosophie des Ayurveda

Der Ayurveda will uns lehren, unser Lebenspotenzial voll auszuschöpfen. Sämtliche Heilansätze, Präparate und Methoden aus dieser Quelle interagieren mit unserem Körper. Sie berücksichtigen den Charakter sowie die Vergangenheit eines Menschen - genauso wie den derzeitigen Zustand.


Die ayurvedische Philosophie betrachtet den Menschen in seiner Ganzheit - ist somit ein ganzheitliches Heilwissen. Ihr Ziel: Körper Geist und Seele in Einklang zu bringen. Die Ernährung spielt hier eine besondere Rolle. Schliesslich hilft sie uns, eben diese beiden - Körper und Geist - gesund zu erhalten.


Sobald sich gesundheitliche Probleme auftun, wird im Ayurveda der Ernährung eines Patienten ein besonderes Augenmerk gewidmet. Die individuelle Anpassung ist ein wesentlicher auf dem Weg der Gesundung („Der Mensch ist, was er isst!“). Jeder Mensch ist ein Individuum! Diese wichtige Aussage spricht davon, dass jeder Mensch als individuelles Lebewesen ganz eigene Voraussetzungen, Bedürfnisse und Wünsche in diese Welt einbringt und mit niemand anderem vergleichbar ist.


Wer aufhört, Vergleiche mit anderen anzustellen und seine Bedürfnisse wahr- und ernstnimmt, lebt bereits nach einem wichtigen ayurvedischen Grundsatz. Je nach Typ, Natur und Charakter entwickelt ein jeder spezielle Bedürfnisse, Vorlieben sowie Abneigungen. Diese kommen im Ayurveda mit den sogenannten Doshas zum Ausdruck.

Ayurvedische Grundtypen - die drei Doshas

Die drei Doshas oder ayurvedische Grundtypen bilden die Basis.[i] Jedes einzelne Dosha ist eine Kombination aus zwei Elementen:
    Vata: Luft und Äther (Raum) - stellvertretend für die Energie der Bewegung - Hauptmerkmal ist die Wechselhaftigkeit eines Menschen
    Pitta: Feuer und Wasser - steht für das Prinzip der Verdauung/des Stoffwechsels - „was die Dinge verbrennt“ - Hauptmerkmal ist der sehr intensive Typus eines Menschen
    Kapha: Wasser und Erde - steht für Wasser und Erde bzw. Struktur und Festigkeit - „was die Dinge zusammenhält“ - Hauptmerkmal bei einem sehr stabilen und entspannten Menschen.

An dieser Stelle wird deutlich, dass nicht nur der Körper gemeint ist. Alle drei Doshas finden sich in jedem Menschen wieder - jedoch meist zu unterschiedlichen Anteilen. Bereits bei der Zeugung wird diese einmalige Konstitution festgelegt, die sich ein Leben lang nicht verändert und mit der Konstitution keiner anderen Person vergleichbar ist. Eine weitere wichtige Rolle spielen auch die Jahreszeiten sowie die Lebensabschnitte Kindheit/Jugend, Erwachsenenalter und Alter.

Den Menschen wahrnehmen

Im Ayurveda geht es um Wahrnehmung und echte Heilung; nicht um die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit im Sinne der Gesellschaft. Hier kommt der Mensch zur Ruhe und sein Körper kann heilen. Der ganzheitliche Ansatz der altindischen Wissenschaft heilt mit dem, was ein wirklich gesundes Leben ausmacht:

Die Ernährung
Die Lebensgestaltung (Stichwort Stressmanagement)
Die körperliche Bewegung
Die Ruhe und Entspannung sowie Schlaf
Die Meditation
Die Atemübungen
Die Heilkräuter
Die Reinigungs- und Verjüngungsmassnahmen

Ergänzend kommen im Bedarfsfall in der Behandlung noch Klang-, Farb- und Aromatherapie zum Einsatz. Ayurveda ist das perfekte Gesamtpaket, erfordert jedoch Eigenverantwortung, Lernbereitschaft und den Willen, etwas zu verändern. Aussagen wie „Ayurveda ist nutzlos“ lassen alle drei vermissen.

Grober ayurvedischer Überblick

Die letzten Absätze liefern nur einen ersten groben Überblick zum Thema. Allerdings wird bereits eines deutlich: Im Ayurveda wird nichts und niemand über einen Kamm geschert. Was für den einen hilfreich ist, bewirkt bei einem anderen Menschen möglicherweise nichts und umgekehrt.


Daher wird in der Behandlung jeder ausführlich angehört, untersucht und individuell behandelt. Niemand soll an dieser Stelle von einer schulärztlichen Behandlung abgehalten werden. Vielmehr möchten wir Sie ermuntern, Fragen zu stellen, Interesse zu zeigen und Eigenverantwortung zu übernehmen.


Wer den Ayurveda versteht und die Herangehensweise zulässt, kann heil und gesund werden. Das braucht Zeit. Ist die Gesundheit wiederhergestellt, hat sich das alte Leben mit all seinen Einschränkungen und Erkrankungen verabschiedet.


Gesundheit bedeutet die Wiederherstellung und Erhaltung der persönlichen Balance von Körper, Geist und Seele (Homöostase). Heilung beginnt mit dem Loslassen der alten, krankmachenden Lebensweise und der Einbeziehung der ayurvedischen Prinzipien [ii]. Spätestens hier begreift der Kritiker, dass man den Ayurveda nicht einfach mit einem Schluck Wasser hinunterschlucken und binnen kürzester Zeit Besserung oder gar Heilung erfahren kann. Ayurveda ist eine andere Welt, die aber in dieser gegenwärtigen Welt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das dahinterstehende Potenzial wird mit jedem Tag klarer.

Nebenwirkungen

Während Medikamente mitunter massive Nebenwirkungen mit sich bringen, sind diese - sofern überhaupt vorhanden - im Ayurveda allenfalls als harmlos zu bezeichnen. Sie drücken sich beispielsweise in Kopfschmerzen aus. Sobald die Einnahme hochwertiger, biologischer und zertifizierter ayurvedischer Präparate erforderlich wird, sollten Sie dahingehend auf die Aussagen eines vertrauenswürdigen Arztes vertrauen. Dieser ist vertraut mit möglichen Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Gegenanzeigen. Geschickt und klug weiss er sie in der Regel zu umgehen.

Unbedachte Aussagen können Schaden anrichten

Wer erwartet, dass er nach der Einnahme eines Präparates sofort gesund wird, unterliegt einem Irrtum - auch im Ayurveda. Heilung ist ein Prozess und die Gesundheit zu erhalten ebenso. Wird die Einnahme von hochwertigen ayurvedischen Präparaten erforderlich, lässt die Wirkung mitunter eine Weile auf sich warten. Manchmals dauert es Wochen, bis sich eine Art Wirkstoffspiegel im Organismus aufgebaut hat und die heilenden Substanzen eine spürbare Wirkung einleiten.

Das ist in keiner Weise vergleichbar mit der Schulmedizin, deren Medikamente vorwiegend im Labor kreiert werden und betäubend/dämmend auf die Symptome bzw. zerstörend auf beispielsweise Tumore einwirken. Die gute Nachricht ist, dass auch die Schulmedizin vermehrt auf die Wirkstoffe der Natur setzt, deren Wirkmechanismen meist als Vorlage für unnatürliche pharmazeutische Präparate dienen.

Ayurveda ist ein Gesamtpaket, das die menschlichen Verhaltensweisen mit einbezieht und darauf abzielt, die vorgesehene Balance wiederherzustellen. Erst dann kann sich echte Gesundheit einstellen und das wunderbare Leben in vollem Umfang gelebt und wahrgenommen werden.

Sind Sie bereit dazu oder gehören Sie zu den Skeptikern/Kritikern? In diesem Fall sollten Sie sich mit der Materie des Ayurveda vertraut machen. Möglicherweise verfügen Sie nur über Halbwissen oder schnappen etwas vom Hörensagen auf. Der Ayurveda hat es nicht nötig, sich zu verteidigen.

Viele Millionen Menschen, denen es gut geht und darauf vertrauen, sprechen für sich. Dennoch tut Aufklärung not, denn möglicherweise entgeht Ihnen etwas. Das sollten Sie keineswegs hinnehmen und auf etwas Wunderbares und Heilendes verzichten.

[i] Doshas: drei grundlegende Energien (Vata, Pitta, Kapha); sie stehen für drei unterschiedliche Konstellationen der fünf Elemente (Raum, Luft, Feuer, Wasser Erde)
[ii] Lesen Sie dazu unseren Artikel „Einführung in Ayurveda Teil I - Ayurveda für Einsteiger