Energie Doshas. Mentaler physiologischer Mensch

Einführung in Ayurveda Teil 2: Den mentalen und physiologischen Mensch erforschen

Auch in Ihnen steckt ein mentaler und ein physiologischer Typ, der erforscht werden will!

Nun sind wir bereits beim zweiten Teil der Serie „Einführung in Ayurveda“ angelangt. Sie haben bisher ein wenig über Doshas, Energien und Nebenwirkungen erfahren.

Der Ayurveda basiert auf Naturgegebenheit und geht ganz individuell auf jeden Menschen ein. Das ist ganzheitliche Medizin und unterscheidet sich deutlich von der klassischen Schulmedizin.

Ayurvedische Medizin will wieder ins Gleichgewicht bringen und heilen, die Schulmedizin arbeitet hingegen vorwiegend symptomorientiert. Immer nach dem Motto: „Wenn es nicht mehr wehtut, kann da auch nichts mehr sein. Alles ist in Ordnung!“ Ein gefährlicher Trugschluss.

Damit Sie Ihren individuellen mentalen und physiologischen Typ erkennen können, braucht es auch im Ayurveda eine Art Kategorisierung, wozu die Energien und Doshas dienen. Irgendwo dort lassen auch Sie sich zuordnen.

Ein Mensch – drei Doshas

Alle drei Doshas (Vata, Pitta, Kapha) – mitunter als Gemütsverfassungen bezeichnet – stecken in jeder einzelnen Körperzelle, in allen Geweben und Organen. Sie steuern sämtliche psychobiologischen Funktionen – biologische wie psychische Prozesse sowie Prozesse des Geistes und des Bewusstseins.

Auch unsere Emotionen unterliegen ihrem Einfluss. Der Mensch bleibt gesund, solange sich alles im individuellen Gleichgewicht befindet. Wird die angeborene Balance jedoch gestört und nicht wieder hergestellt, ist die Krankheit nicht weit.

Zur Erinnerung:

  • Vata: Raum (auch: Äther) und Luft (körperliches Luft-Prinzip) – Energie der Bewegung
  • Pitta: Feuer und Wasser – Energie der Verdauung und des Stoffwechsels
  • Kapha: Wasser und Erde – steht für Struktur und Festigkeit

Die Doshas werden dem jeweiligen Alter entsprechend in drei Hauptabschnitte unterteilt:

Vata

65 – 110 Jahre

Das Alter steht für den Spätherbst, Winter – Vata-Dosha herrscht nun vor. Je nachdem wieviel wir von unseren Vitalessenzen bereits verbraucht haben, kommt das alter rascher oder langsamer spürbar auf uns zu.

Vata Attribute:

  • trocken
  • leicht
  • kalt
  • subtil
  • kalt
  • klar
  • mobil
  • zerstreuende Wirkung

Pitta

18-65 Jahre

Das mittlere Lebensalter entspricht dem Sommer und Frühherbst. Diese Zeit wird geprägt von klaren Zielen, die umgesetzt werden möchten. „Gas geben, Planen, Umsetzen, Fertigstellen“ stehen an.

Pitta Attribute:

  • heiss
  • scharf
  • leicht
  • ölig
  • flüssig
  • stechend
  • sauer
  • Tendenz zur Ausbreitung

Kapha

0 – 18 Jahre

Kindheit und Jugend ist vergleichbar mit dem Frühling. Kapha ist die Hauptqualität der Jugendzeit. Hier wird gesäht, es spriesst alles üpig und der Jugendliche steht im Saft.

Kapha Attribute:

  • schwer
  • langsam
  • kühl
  • ölig
  • feucht
  • sanft
  • weich
  • statisch

Die Bedeutung der Doshas bei zunehmendem Lebensalter

Alle drei Doshas sind in jedem Menschen vereint. Gewöhnlich zeigt sich jedoch eines vorherrschend, während das zweite sekundär und das dritte als weniger herausragend zu bewerten ist. Das jeweilige Lebensalter ist geprägt von einem bestimmten Dosha, was beim Lesen leicht nachvollziehbar wird.

Die Kindheit (0 – 18 Jahre) steht für starkes körperliches Wachstum und Aufbau der Körperstrukturen. Es ist die vorherrschende Zeit des Kapha. Typische Erkrankungen sind Husten, Erkältungen und Schleimabsonderungen (die Luft/den Atem betreffend).

Pitta herrscht im Erwachsenenalter vor, einem Zeitraum der für Aktivität und Vitalität steht.

Kennzeichnend für die Zeit ab ca. 65 Jahren sind die überwiegend degenerativen Prozesse des Vata. In diesen Zeitraum gehören typische Störungen wie Zittern, Abmagerung, Kurzatmigkeit, Gedächtnisstörungen, Arthritis, usw.

Aufgrund der primären, sekundären und nur wenig herausragenden Bedeutung der Doshas bei jedem Menschen ergibt sich ein ganz persönliches Energiemuster. Dabei handelt es sich um eine individuelle Kombination physischer, emotionaler und mentaler Charakteristiken, die im Zusammenspiel die angeborene Konstitution (Prakriti) eines Individuums ausmachen. Vergleichbar mit einem Fingerabdruck, der ebenso einmalig in der Welt ist.

Im Klartext: Um beim Beispiel des Fingerabdruckes zu bleiben, verfügt jeder Mensch über ein individuelles Energiemuster. Dabei handelt es sich in bestimmter Relation zueinanderstehende Kräfte – bestehend aus Vata, Pitta und Kapha.

Im Gleichgewicht stehend, lassen die Doshas den Menschen vor Gesundheit (Ordnung) strotzen. Krankheit (Unordnung) hingegen ist kennzeichnend für eine Störung. „Gleichgewicht“ ist nicht gleichbedeutend mit genau gleichen Dosha-Anteilen; stets ist auch das jeweilige Lebensalter zu berücksichtigen.

So etwas ist typisch für Vata-, Pitta- und Kapha-Menschen

Beobachter – kundig im Ayurveda – können die jeweilige Konstitution eines Menschen schon visuell wahrnehmen. Einige Beispiele hierzu:

VataMenschen haben es immer eilig und gehen schnell. Aufgrund ihrer permanenten Umtriebigkeit können sie nur schlecht inaktiv herumsitzen; es käme für sie einer Bestrafung gleich.

Vata-Typen haben dennoch wenig Ausdauer und verausgaben sich schnell, weil sie sich zu viel zumuten. Sexuell sind sie sehr aktiv. Mit der nächtlichen Ruhe tun sie sich allerdings schwer, da sie häufig unter Schlaflosigkeit zu leiden haben oder des nachts öfter aufwachen. Möglicherweise fühlen sie sich dennoch am Morgen gut ausgeruht. Dies sind nur einige wenige Beispiele dafür, was den Vata-Menschen ausmacht. Ein ayurvedischer Arzt würde hier vermutlich eine ganze Seite füllen.

Das Sanskrit-Wort Vata bedeutet seinen Ursprung nach „sich bewegen“, womit wir einen Hinweis auf das unstete Wesen von Vata-Menschen erhalten.

Um ein Zuviel an Vata auszugleichen, können Sie im täglichen Leben bereits einige Massnahmen ergreifen:

  • Darauf sollten Sie verzichten:
    • rohe oder kalte Nahrung
    • extreme Kälte
  • Das verhilft Ihnen zu einer angenehmen Betriebstemperatur:
    • Verzehr warmer Speisen und wärmender Gewürze
    • auf Beruhigung achten (möglicherweise Meditation)
    • regelmässiger Tagesrhythmus

Sie merken bereits beim Lesen, dass obige Empfehlungen dem unsteten und kälteempfindlichen Vata-Typus entgegenstehen.

Pitta-Menschen erkennt man häufig an ihrem rötlichen Haar, das früh ergrauen oder sich auch teilweise/gänzlich verabschieden kann, wovon viele Männer ein Lied singen können. Häufig ist bei der spärlichen verbleibenden Behaarung die Rede vom „zurückweichenden Haaransatz“. Hände und Füsse sind gewöhnlich angenehm warm, doch neigt Pitta auch leicht zum Schwitzen. Der Körpergeruch ist häufig „schwefelig“, die stark schwitzenden Füsse sind möglicherweise am strengen Geruch auszumachen. Scharfe und leicht gelbliche Zähne verraten die Konstitution beim Lächeln.

Der tiefe, meist ununterbrochene Schlaf ist von mittellanger Dauer. Pitta-Mädchen kommen früh in die Pubertät, die Menstruation setzt zuweilen schon im zarten Alter von 10 Jahren ein. Zu den typischen körperlichen Beschwerden zählt u. a. „Hitze“. Sie sind anfällig für Fieber, Magenübersäuerung, Gelbsucht, starkes Schwitzen und Ausschläge. Sie neigen zur Bildung von Geschwüren, scheinen Augenbrennen, Kolitis und Heiserkeit geradezu magnetisch anzuziehen. Ein Pitta-Übermass ist bildet die Basis für sämtliche entzündlichen Beschwerden/Erkrankungen.

Glänzen Pitta-Menschen mitunter mit ihrer geistigen Brillanz, neigen sie dennoch zu Herrschsucht. Der gegenseitige Vergleich bis hin zum Konkurrenzgedanken sind kennzeichnend.

Auch hier sind nur einige typische Eigenschaften der Pitta-Konstitution aufgeführt. Der tatsächliche Umfang der Eigenschaften umfasst Körper, Geist und Seele in grossem Ausmass.

Zum Ausgleich von zu viel Pitta – dem Sanskrit-Wort für „Galle“ – empfiehlt sich eine Reihe einfacher Massnahmen:

  • Darauf sollten Sie verzichten:
    • übermässige Hitze
    • hoher Ölkonsum
    • übermässiger Dampf
    • viel Salz
  • Das hilft Ihnen, „cool“ zu bleiben:
    • Verzehr kühlender, mässig gewürzter Speisen
    • Trinken kühler Getränke (nicht eiskalt)
    • Körpertraining während der kühlen Jahreszeiten

Was den Kapha-Menschen ausmacht

Starker, gesunder Körper mit meist breitem Brustkorb, starken Muskeln und schweren Knochen.  Menschen mit Kapha-Konstitution – dominiert von den Elementen Wasser und Erde – nehmen leicht zu und nur schwer ab. Dies steht mit einer langsamen Verdauung in Zusammenhang und einem „verschärften“ Stoffwechsel. Sie leiden häufig unter Übergewicht und sind für das kundige Auge am rundlichen Körperbau leicht auszumachen. Zu ihrem eigenen Leidwesen nehmen Sie mitunter sogar beim Fasten noch zu, selbst wenn Sie lediglich Wasser zu sich nehmen.

Die Vitalität des Kapha-Dosha und das damit verbundene Durchhaltevermögen sind beneidenswert gut. Die Haut – geschmeidig, weich, glänzend und dick – tendiert zum Öligen. Grosse, dunkle und attraktive Augen, umgeben von intensivem Weiss, umrahmt von dicken Wimpern und Augenbrauen – lassen so manchen dahinschmelzen.

Der Kapha-Typ hat immer einen ausgezeichneten Appetit und viel Durst, dennoch ist die Verdauung als langsam zu bezeichnen. Das Weglassen einer Mahlzeit macht ihm nichts aus, ebenso wenig das Arbeiten ohne Nahrungszufuhr (im Gegensatz zu Pitta, dessen Träger sich nur schwer ohne Essen konzentrieren kann).

Kaphas lieben Süsses und Gebäck – ebenso alles Salzige und Ölige. Doch die Neigung zu Übergewicht und damit zur Fettleibigkeit birgt die Gefahr zahlreicher Erkrankungen, wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt. Unberücksichtigt kann das Leben der Betroffenen von kurzer Dauer sein.

Auch der Kapha-Mensch kann im Alltag einiges tun, um das Übermass dieser Konstitution auf ein gesundes Mass herunterzuschrauben:

  • Darauf sollten Sie verzichten:
    • Milchprodukte
    • eiskalte Speisen und Getränke
    • stark fett-/ölhaltige Nahrungsmittel
  • Das hilft Ihnen, für einen gesunden Ausgleich zu sorgen:
    • leichte, „trockene“ Nahrung verzehren (hier ist nicht Industriefood gemeint)
    • ausreichendes körperliches Training
    • insgesamt aktiver werden
    • Routinen variieren

Ihre überwiegende Konstitution ist nicht grundsätzlich falsch oder unheilverkündend. Die perfekte Dosha-Balance mit genau gleichen Anteilen ist nur einem Typ (Dreifachtyp) vorbehalten. Nur dieser Dreifachtyp (dazu gleich mehr) sollte sie anstreben. Monotypen bzw. duale Typen hingegen sorgen besser dafür, das Übermass (Vikriti) mithilfe der geeigneten Massnahmen auf das angeborene Normalmass (Prakriti) zu bringen. Alle drei Arten (Monotypen, duale Typen und Dreifachtyp) fühlen sich in ihrer von der Entstehung an vorgesehenen Konstitution durch Konstellation am wohlsten und gesündesten. Das Zielen auf eine bestimmte romantische Vorstellung von Dosha-Kombination hingegen macht ebenso krank wie das Übermass.

Übrigens: Unser Ayurveda Magazin-Artikel: Die drei Doshas vom 9. März 20 berichtet ausführlicher zur Thematik der drei Doshas.

20 Eigenschaften, die unverzichtbar für die Heilung sind

Im Ayurveda ist für die Heilung oder auch Selbstheilung die Kenntnis über die 20 gegensätzlichen Eigenschaften bzw. Attribute unverzichtbar. Das bedeutet, dass beispielsweise dem Begriff „Hitze“ die „Kälte“ entgegengesetzt wird – so der seit Jahrtausenden erfolgreiche Behandlungsansatz.

20 grundlegende Eigenschaften bzw. Attribute (10 x 2 Gegensätze):

  1. schwer leicht
  2. ölig trocken
  3. stabil beweglich
  4. schleimig rau
  5. grobstofflich (subtil) feinstofflich
  6. kalt heiss
  7. langsam schnell (scharf, durchdringend)
  8. weich hart
  9. dicht flüssig
  10. wolkig klar

Hier wird neben dem körperlichen Zustand auch die uns umgebende Welt mit einbezogen. Ein Beispiel:

Das Tageswetter verursacht ein leichtes oder schweres Gefühl. Es zeigt sich flüssig oder trocken, windig und somit beweglich oder auch stabil, wolkig oder klar, heiss oder kalt. Solche Eigenschaften können sich auch auf die Nahrung beziehen. Eiscreme kann mit schwer, ölig, weich, flüssig und kalt beschrieben werden. Die menschliche Haut – mitunter ölig oder trocken, rau oder weich. Schwer oder leicht, wolkig oder klar – so kann auch die Tagesstimmung sein. Mitunter zeigt sich das Denken langsam oder auch scharf. Der Geist ist ruhig/stabil oder bewegt bis hin zu hyperaktiv, zuweilen klar oder wolkig.

Veränderungen haben Einfluss auf diese Eigenschaften. Windiges, kaltes, trockenes und klares Wetter verstärkt das Vata-Dosha und damit Ursache für Erkältungen und andere typische Vata-Beschwerden (z. B. Schlaflosigkeit, Verstopfung, Arthritis).

Die Essenz aus diesen Abschnitten will sagen:

  1. Gleiches wirkt sich verstärkend auf Gleiches aus.
  2. Gegensätze schwächen einander ab.

Diese heilbringenden Erkenntnisse gehören mit zur Basis des Ayurveda. Damit bekommt der geneigte Leser die ayurvedischen Schlüssel zur Heilung in der Hand.

Finden Sie Ihren ureigenen mentalen und physiologischen Typus

Nach all diesen vorbereitenden Informationen gehen wir gemeinsam weiter auf Entdeckungsreise nach Ihrem individuellen mentalen und physiologischen Typ.

Die einzelnen Doshas können sich dem Ayurveda zufolge zu sieben Hauptkörpertypen formieren:

Monotypen = Vata, Pitta, Kapha
Duale Typen = Vata-Pitta, Pitta-Kapha, Kapha-Vata
Dreifachtyp = Vata-Pitta-Kapha

In jedem Lebensalter und zu jeder Zeit sind alle drei Doshas anteilig in jedem Menschen zu finden. Bei jedem einzelnen Individuum sind die jeweiligen Anteile ganz unterschiedlich proportioniert, was sich mit zunehmendem Alter ändern kann (s. oben „Die Bedeutung der Doshas bei zunehmendem Lebensalter“). Kein Vata-Mensch gleicht beispielsweise dem anderen; das verhält sich im übrigen bei allen Typen so. Stets ergeben sich in der Summe vollkommen verschiedene Charaktereigenschaften. Geraten diese individuellen Dosha-Anteile aus dem für einen bestimmten Menschen charakteristischen Gleichgewicht, kann sich eine Erkrankung entwickeln.

Der Moment der Empfängnis ist entscheidend

Das bereits erwähnte charakteristische Gleichgewicht ergibt sich aus den verschiedenen Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Empfängnis. Soll heissen: Verhältnis und Kombination der Doshas stehen in Abhängigkeit von den zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden Gegebenheiten, wie genetische Voraussetzungen, Lebensweise der zukünftigen Eltern sowie die Emotionen. Die letztendliche Entscheidung über die Konstitution eines Kindes treffen jedoch die dominierenden Doshas der Eltern während der sexuellen Vereinigung.

Ein einfaches Beispiel – es entlockt Ihnen vermutlich ein Lächeln –  wie sich das Verhältnis der Doshas bei der Empfängnis beim ungeborenen Leben neu sortiert:

Mutter: Vata dominiert

Vater: Pitta dominiert

Klima: lauer Sommerabend

Essen im Vorfeld: sehr würzig

Sie werden es nicht für möglich halten, aber es ist davon auszugehen, dass beim entstehenden Menschen konstitutionell Pitta (heiss, scharf, usw.) vorherrschen wird.

Tendieren beide Eltern in Richtung Kapha, die sexuelle Vereinigung fällt in eine Kapha-Jahreszeit und auch die Nahrung gründet auf diesem Dosha, kann nur ein Kapha-Baby das Ergebnis sein.

Die glücklichsten Menschen sieht der Ayurveda übrigens in denen, die mit perfekt ausbalancierten Doshas – zu gleichen Teilen – ausgestattet sind (Dreifachtyp). Sie erwartet höchstwahrscheinlich ein langes Leben bei hervorragender Gesundheit.

Bei den meisten Menschen dominieren hingegen nur ein oder zwei Doshas (duale Typen).

Wichtig zu wissen:

Sie alle können – sofern Sie sich nicht dem Dreifachtyp zuordnen lassen – etwas dafür tun, dass auch Ihnen ein langes Leben bei bester Gesundheit bevorsteht. Im Ayurveda wird zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit der Ausgleich der Doshas angestrebt, was jedoch nicht mit drei exakt gleichen Anteilen gleichzusetzen ist. Gleichzeitig wird „Gutes“ verstärkt, was einem doppelten Behandlungsansatz gleichkommt.

Erforschen Sie vielmehr Ihre persönliche Konstitution, d. h. Ihr individuelles Verhältnis zwischen diesen drei Kräften. Versuchen Sie, die Ihnen seit Ihrer Empfängnis mitgegebene Konstellation (Prakriti) wiederherzustellen. Erst dann erreichen Sie Ihr persönliches Gleichgewicht.

Die Bedeutung von Praktriti und Vikriti

Prakriti bezeichnet nichts anderes als eine Aussage über Ihr naturgegebenes Temperament, d. h. Ihre spezifische Dosha-Kombination. Diese grundsätzliche Veranlagung verändert sich ein Leben lang nicht. Möglicherweise herrscht bei Ihnen Pitta vor, während Kapha und Vata die Plätze 2 und 3 in der Kombination einnehmen (oder umgekehrt).

Noch einmal: Ihr persönliches Gleichgewicht ist von den naturgegebenen Proportionen dieser drei Doshas untereinander abhängig und nicht vom Erreichen exakt gleicher Anteile.

Verändern sich die Umstände (Wetterumschwung, gewählte Nahrungsmittel, Stress, Müdigkeit, emotionaler Zustand usw.), verschieben sich im System Körper & Geist auch die Dosha-Proportionen. Davon ist auch Ihre Gesundheit abhängig. Diese Zustandsveränderungen bezeichnet der Ayurveda als Vikriti.

Perfekt wäre, wenn Sie sich im Prakriti befinden – Ihrer gottgegebenen Konstitution. Vermutlich kennen Sie aber die Tage, in denen Sie sich im Vikriti (aktueller, veränderter Zustand) befinden, nur allzu gut. Aus der Differenz dieser beiden ergeben sich notwendige Heilmassnahmen, welche die Wiederherstellung von Prakriti zum Ziel haben.

So können Sie Ihren eigenen individuellen Konstitutionstyp bestimmen

Eine mögliche Orientierung zum Erforschen Ihrer einzigartigen Konstitution geben die Informationen folgender Tabelle aus dem Buch „Selbstheilung mit Ayurveda“ von Dr. Vasant Lad (S. 32/33):

Merkmal Vata

bitte ankreuzen

Vata Pitta

bitte ankreuzen

Pitta Kapha

bitte ankreuzen

Kapha
Körperlänge klein mittel gross
Körper-gewicht leicht mittelschwer übergewichtig
Haut dunkel, trocken, dünn, kalt, rau rosig, warm, ölig, glatt blass/weiss, kühl, ölig, dick
Haare braun/stumpf bis schwarz, knotenbildend, dünn, brüchig rot/ /blond, früh ergrauend, glatt, ölig,

auch kahl

lockig, dick, gewellt, viele Haare/alle Farben, ölig
Zähne gross, vorstehend, weite Abstände, Zahnfleisch: dünn mittelgross und weich, Zahnfleisch: empfindlich weiss, gesund, Zahnfleisch: robust, unempfindlich
Nase unsymmetrische Form mit schiefem Nasenrücken spitz und lang mit roter Nasenspitze abgerundet, kurz, Stupsnase
Augen aktiv und unruhig, klein, trocken, tiefliegend

Farbe: braun bis dunkelbraun

leuchtend, scharf, licht-empfindlich

Farbe: grün, grau

Augenhaut: gelblich-rötlich

ruhig, liebevoll, gross

Farbe: blau

Nägel brüchig, rau, trocken elastisch, scharf, rosa und glänzend glatt, poliert, dick, ölig
Lippen rissig, spröde, rau, trocken gelblich, rot, entzündet blass/weisslich, glatt, ölig
Wangen faltig, hohl flach, glatt plump, gerundet
Hals lang, schmal mittel faltig, dick
Brust eingefallen, flach mittel rund, breit
Bauch schlank, flach, eingefallen mittel Spitzbauch, dick
Bauchnabel unregelmässig, klein flach, oval auseinander-gezogen, gross, tief, rund
Hüften schlank, schmal mittel breit, schwer
Gelenke knackend, kalt mittel gleitfähig, gross
Appetit gering und unregelmässig gross bis unterträglich stetig und gemässigt
Verdauung unregelmässig, gerne auch Blähungen schnell, gerne auch Sodbrennen langsam, Schleim erzeugend
Geschmacks-vorlieben sauer, salzig, süss bitter, süss, adstringierend (zusammen-ziehend) pikant, bitter, adstringierend
Durst unterschiedlich übermässig wenig
Ausscheidung Tendenz zu Verstopfungen Tendenz zu Durchfällen ölig, dick, träge
Körperak-tivität hyperaktiv mittel sitzend
geistige Aktivität aktiv mittel langsam und dumpf
Gefühle besorgt, ängstlich, unsicher, flexibel wütend, hassend, eifersüchtig, entschlossen anhaftend, gierig, ruhig
Glaube veränderlich/

variabel

intensiv/

fanatisch

tief, sanft, beständig
Intellekt schnell, Reaktion häufig nicht stimmig passende Reaktion genau/exakt, langsam
Gedächtnis Langzeitgedächtnis: schlecht

Kurzzeitgedächtnis: gut

scharf, hervorragend andauernd, langsam
Träume viel, aktiv, schnell, Angstträume heftig (häufig von Gewalt/Krieg) schön, romantisch
Schlaf schlaflos, leichter und unterbrochener Schlafverlauf kurzer, guter Schlaf langer, tiefer Schlaf
Sprechen undeutlich und schnell durchdringend und klar monoton und langsam
Umgang mit Finanzen unsinnige Ausgaben, arm luxusorientiert gutes Wirtschaften, wohlhabend

Das in der Überzahl von Ihnen angekreuzte Dosha ist in Ihrer Konstitution natürlicherweise vorherrschend. In der Reihenfolge ihrer Häufigkeit belegen die beiden anderen die Plätze 2 und 3. Es sei denn, Sie sind ein dualer Typus oder gar ein Dreifachtyp. Aber dass wissen Sie ja bereits. Bitte überprüfen Sie alles noch einmal und überlegen Sie dabei genau.

Wichtig: Die obige Tabelle liefert lediglich Anhaltspunkte und kann Sie dabei unterstützen, mehr über sich selbst zu erfahren. Nutzen Sie sie, um Ihre Ernährung, Ihre sportlichen Aktivitäten und andere Aspekte Ihres Lebens Ihrer Konstitution anzupassen. Ihr persönlicher Feinschliff wird hierbei jedoch nicht berücksichtigt. Gesundheitliche Störungen, die Sie selbst nicht in den Griff bekommen, sollten Sie stets von einem gut ausgebildeten ayurvedischen Arzt diagnostizieren und behandeln lassen.

Nutzen Sie das neu erlernte Wissen zu Ihren Gunsten

Möglicherweise haben Sie ein wenig (oder auch etwas mehr) über Ihre Konstitution dazugelernt. Das, was Sie hier bisher gelesen haben, ist nicht vollumfänglich. Das Wissen über Doshas, Prakriti, Vikriti usw. ist in Wirklichkeit wesentlich umfangreicher und detaillierter. Die Überschrift vermittelt daher die Bedeutung dieses Textes ganz richtig: Einleitung in Ayurveda!

Versuchen Sie nicht, ernsthafte Erkrankungen selbst zu behandeln, sondern suchen Sie einen kundigen Ayurveda-Arzt auf, der ihr individuelles Wesen und Ihre Lebensumstände berücksichtigen kann – Ihren ureigenen Feinschliff.

Dennoch können Sie mit dem neuen Wissen schon viel anfangen:

  • sich selbst und Ihre Lebensbasis besser kennenlernen
  • körperliche und psychische Neigungen eher begreifen
  • eigene (und die anderer Menschen) Stärken und Schwächen schlüssiger nachvollziehen

Vielleicht können Sie nun …

… sich beispielsweise mit dem Wissen, ein Vata-Mensch zu sein, die unregelmässige Lebensweise ein wenig nachsehen.

… die Reizbarkeit Ihrer Pitta-Konstitution besser verstehen.

… Ihre körperliche Trägheit und Faulheit Ihrer Kapha-Konstitution zuschreiben.

Das neu erlernte Wissen, macht Sie hoffentlich auch neugierig auf mehr. Vielleicht hilft es Ihnen auch, die Menschen in ihrem Umfeld besser zu verstehen. Ebenso können Sie beispielsweise Ihre Beziehungen neu definieren (Freunde, Ehe-/Lebenspartner). So sagt es Dr. Vasant Lad in seinem Buch (Zitat S. 44):

„Einander verstehen führt zur Klarheit, Klarheit erzeugt Mitgefühl und Mitgefühl ist Liebe.“ Er schlussfolgert, dass eine auf dieser Basis gestaltete Beziehung nur glücklich, freudvoll und langlebig sein kann.

Nachdem Sie nun Ihren physiologischen und mentalen Typus entdeckt haben (oder auch den Ihres Partners), haben Sie eine Art Massstab in der Hand, der Ihnen das Verstehen und Begreifen erleichtert.

Stellen Sie Ihr Vakriti (aktueller Zustand, Veränderungen, Ungleichgewicht) fest und versuchen Sie, mithilfe geeigneter Massnahmen Prakriti zu erreichen. Nutzen Sie die Empfehlungen dieses Textes und verwenden Sie dazu Nahrungsmitteltabellen, konstitutionsgerechte Körperübungen (gerne auch Yoga), Kräuter, Gewürze usw. – alles, was Sie bei Ihrem Ziel unterstützt. Im Onlineshop des Ayurveda Paradieses finden Sie alles, was Ihnen hilft, Ihr persönliches Prakriti zu erhalten bzw. zu erreichen.

Vergessen Sie dabei auf keinen Fall – es kann nicht oft genug erwähnt werden – dass die Vata-, Pitta- und Kapha-Anteile Ihrer ureigenen Balance nicht identisch sein müssen, sondern Ihren charakteristischen und von der Empfängnis an zugewiesenen Proportionen entsprechen sollten. Nicht statisch, sondern dynamisch ist Ihr Gleichgewicht und will täglich erneut gefunden werden.

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