Die drei Doshas Beitrag

Die drei Doshas




Vata, Pitta and Kapha – die drei Energieformen

Jeder, der sich mit Ayurveda beschäftigt, kommt ganz schnell mit den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha in Berührung. Die drei Doshas können mit Bio-Energie gleichgesetzt werden. Andere Bezeichnungen sind auch Lebensenergie, Regelkräfte, Wirkprinzipien oder auch fundamentale Prinzipien. Tatsächlich ist die korrekte Übersetzung von Dosha jedoch: Fehler. Das mag jetzt erst einmal verwundern, besonders wenn du dich schon länger mit Ayurveda beschäftigst und weisst welcher Dosha-Typ du bist. Aber so ist es eben, wenn eine Wissenschaft schon mehrere tausend Jahre alt ist. Dann kann eine Verschiebung der Bedeutung schon einmal passieren.

Dosha – ein Übersetzungsfehler?

Das Sanskritwort Dosha heisst übersetzt eigentlich Fehler, Fehlerpotential oder gestörter Zustand. Heutzutage werden aber Vata, Pitta und Kapha als die drei Doshas bezeichnet. Lass dich nicht verwirren! Beides ist richtig, beides in seiner Zeit. Ursprünglich war mit Dosha gemeint, wenn eine der drei Bio-Energien aus dem Gleichgewicht geraten war. Wenn jemand ein Vata-Dosha hat, dann war dessen Vata aus dem Ruder gelaufen und zu hoch. Aber heute haben wir uns auf einen anderen Sprachgebrauch eingeschwungen. Wenn du von dir sagst, dass du ein Vata-Typ seist, dann ist dein Vata-Dosha hoch, entweder von Geburt an oder du hast es dir durch einen falschen Lebensstil erworben.

Die drei Doshas

Das Verhältnis der drei Doshas zueinander

Jeder Mensch trägt immer alle drei Energietypen, Vata, Pitta und Kapha, in sich. Nur die Verteilung ist unterschiedlich. Das Verhältnis der der drei Doshas, wie sie bei der Geburt ist, nennt man Prakriti. Im Ayurveda geht man sogar davon aus, dass die Verteilung der Doshas schon bei der Empfängnis festgelegt ist. Ein ayurvedisches Leben beginnt nämlich schon bei der Zeugung. Wer von Anfang an seine Prakriti, als das Verhältnis von Vata, Pitta und Kapha, kennt, kann sich mit seiner Lebensweise und Ernährung, mit der Wahl seines Berufs und mit seinen Freizeitaktivitäten darauf einstellen. Das ist ganz im ayurvedischen Sinn die beste Möglichkeit gesund und voller Lebensfreude zu bleiben.

Die Kunst des Ayurveda ist es nun, dieses Verhältnis ein Leben lang aufrecht zu erhalten! Aber das gelingt in unserer westlichen Welt den allerwenigsten. Spätestens wenn eine Krankheit auftaucht, weisst du, dass eines deiner drei Doshas aus dem Ungleichgewicht geraten ist. Bei komplexen Krankheiten, wie Rheuma, Diabetes oder Neurodermitis, sind sogar zwei oder alle drei Doshas im Ungleichgewicht. Die gute Nachricht: Mit Ayurveda kannst du dein Dosha-Gleichgewicht wieder erlangen.

Es gibt kein gutes und kein schlechtes Verhältnis der drei Doshas

Wer sich gerade neu mit Ayurveda beschäftigt, mag vielleicht denken, dass jedes der drei Doshas genau ein Drittel ausmachen sollte. Gott sei Dank ist das nicht so, sonst wären wir alle gleich! Das wäre sehr langweilig. Die Welt braucht phantasievolle Überflieger, energische Unternehmer und fürsorgliche Menschen und dann auch noch alle möglichen Mischungen davon. Nur so können wir uns alle wunderbar ergänzen und die verschiedenen Aufgaben übernehmen. Insgesamt gibt es zehn verschiedene Dosha-Typen:

  • Vata
  • Pitta
  • Kapha
  • Vata-Pitta
  • Vata-Kapha
  • Pitta-Vata
  • Pitta-Kapha
  • Kapha-Vata
  • Kapha-Pitta
  • Vata-Pitta-Kapha (Tri-Dosha)

Jede dieser Kombinationen hat seine Vorzüge und Nachteile. Wichtig ist allein, dass du deinen Dosha-Typ möglichst im Urzustand (Prakriti) kennst und dich in deinem Leben danach richten kannst.

Schmetterling

Vata – der König der Doshas

Vata wird auch der König der Doshas genannt, denn Vata bestimmt immer auch über Pitta und Kapha. Ist Vata im Gleichgewicht, dann haben es Pitta und Kapha auch leichter im Gleichgewicht zu bleiben. Ist aber Vata erhöht, dann zieht es leicht Pitta und Kapha mit sich und eben auch ins Ungleichgewicht.

Vata besteht aus den Elementen Luft und Äther (Raum)

Vata ist Leichtigkeit, Kreativität, Spontaneität, Flexibilität, Freude.
Ist Vata im Ungleichgewicht, drückt sich dies in Ängstlichkeit, Sorgen und Nervosität aus.

Das Vata-Dosha kannst du dir wie einen Schmetterling vorstellen, leicht und sehr beweglich, fliegt in nicht vorhersehbaren Flugbahnen von einer Blüte zur anderen. Schillernd wie ein Schmetterling sind auch Menschen, die viel Vata in sich tragen, sie sind kreativ, spontan, lebendig und können andere Menschen mit ihrer Begeisterung mitreissen. Und genauso schnell, wie eine Begeisterung aufflammt, kann sie auch wieder verfliegen. Einer Vata-Natur fehlt die Ruhe und Gelassenheit von Kapha, und die Zielstrebigkeit von Pitta.

Die Aufgabe einer Vata-Natur besteht darin, Regelmässigkeit und Ruhe in ihr Leben zu bringen. Gelingt ihr das nicht, dann wird eine Vata-Natur nervös, verhaspelt sich ständig, wird ängstlich und macht sich häufig Sorgen.

Leopard

Pitta

Pitta steht für Feuer und Energie – das kann konstruktiv und wärmend sein, aber wenn Pitta unkontrolliert hochschiesst, dann kann Pitta auch wie ein Vulkan zerstörerisch wirken.

Pitta besteht aus dem Element Feuer und ganz wenig Wasser

Pitta zeigt sich mit Intelligenz, Ausstrahlung, Mut und Durchsetzungskraft.
Ist Pitta im Ungleichgewicht kommen Rechthaberei, Streitlust, Entzündungen und Wut zum Vorschein.

Das Dosha Pitta ist das Feurige unter den dreien. Es besteht fast gänzlich aus dem Element Feuer, nur ein wenig Wasser ist noch dabei. Eine Pitta-Natur trägt viel Energie in sich, die sie für die typischen Manager-Berufe qualifiziert. Pitta-Menschen sind grossartige Organisatoren, sie sind willensstark und gute Redner. Wenn das Pitta zu stark wird, dann verwandelt sich die gute Redegabe allerdings in Scharfzüngigkeit und Rechthaberei. Nicht selten wird daraus sogar Streitlust, auch explosionsartige Wutanfälle sind typisch bei Pitta-Menschen.

Pitta-Menschen neigen im schlimmsten Fall zu Entzündungen, weil das Feuer in ihnen zu heiss geworden ist. Sie können zum Ausgleich gut die Leichtigkeit und Verspieltheit von Vata brauchen und die kalte Feuchtigkeit von Kapha.

Kapha Elefanten

Kapha

Kapha ist das ruhigste der drei Doshas. Du kannst es dir vorstellen wie nasse Erde, darauf lässt sich bauen.

Kapha besteht aus den Elementen Wasser und Erde

Kapha ist die Struktur, Liebe, Ruhe und Gelassenheit.
Ist Kapha im Übermass vorhanden, entstehen Festhalten an Materiellem, Gier und Neid.

Das Dosha Kapha sorgt für Verlässlichkeit, Stabilität und Kontinuität. Ein Kapha-Mensch, der in seinem Gleichgewicht ist, ist ein wunderbar liebevoller Mensch, jeder möchte in seiner Nähe sein, denn bei ihm gibt es Freundlichkeit, Wärme und Geborgenheit. Ist Kapha jedoch zu hoch, dann neigt eine Kapha-Natur zu Übergewicht, zu Trägheit, Missmutigkeit und Jammerei. Kapha-Typen lernen langsam, behalten das Gelernte aber zuverlässig. Sie sind ideale Ausdauersportler, da ihr Körperbau kräftig und belastbar ist.

Die grosse Ruhe, die Kapha-Naturen ausstrahlen, kann jedoch auch in Trägheit umschlagen. Dann belebt sie die Leichtigkeit von Vata und das Pitta-Feuer treibt sie wieder an.

Die Merkmale der drei Doshas

Ayurveda ist sehr wissenschaftlich und übersichtlich. Deshalb werden den drei Doshas auch gewisse Merkmale zugeordnet. Daran kannst du leicht erkennen, was dir gut tun könnte und was du lieber meiden solltest. Bist du ein Vata-Typ oder dein Vata ist zu hoch, dann ist für dich alles gut, was keine Vata-Merkmale hat. Im Ayurveda wird immer alles, was zu viel ist, mit dem Gegenteil ausgeglichen. Einem Vata-Menschen ist oft kalt, deshalb sollte er im Herbst, Winter und Frühling niemals ohne Mütze und Handschuhe aus dem Haus gehen. Ayurveda ist doch wirklich einfach zu verstehen!

Vata-Merkmale

  • Schnell
  • Trocken
  • Kalt
  • Leicht
  • Fein oder subtil
  • Beweglich
  • Nicht-schleimig bzw. klar
  • Rau

Pitta-Merkmale

  • Heiss
  • Durchdringend
  • Flüssiger Aggregatzustand
  • Sauer
  • Fliessend
  • Scharf
  • Etwas ölig

Kapha-Merkmale

  • Schwer
  • Langsam
  • Kalt
  • Ölig
  • Süss
  • Stabil
  • Träge
  • Schleimig

Die drei Doshas

Typische Erscheinungsformen der drei Doshas

Der eine ist dünn und lang und der andere ist kompakt und kräftig. Oft wird gesagt, das sind die Gene. Im Ayurveda sagt man, das sind die drei Doshas! Vata, Pitta und Kapha sorgen dafür, wie dein Körperbau ausfällt, was und wie du isst, wie du dich verhältst oder wie deine Nase geformt ist.

Vata-Eigenschaften

  • Begeisterungsfähig
  • Ist entweder gross und dünn, oder klein und zierlich
  • Lernt leicht und schnell
  • Vergisst genauso leicht und schnell
  • Haare und Haut sind trocken
  • Mag kein kaltes Wetter
  • Abneigung gegen Wind
  • Isst unregelmässig
  • Kann vor lauter Begeisterung eine Mahlzeit vergessen
  • Verdauung ist unregelmässig und neigt zu Verstopfung
  • Macht sich schnell Sorgen, ist ängstlich und unsicher
  • Kann sich schlecht entscheiden

Pitta-Eigenschaften

  • ist bestens organisiert und systematisch
  • Hat einen mittleren, eher athletischen Körperbau
  • Mag keine Hitze
  • Neigt zu Sommersprosen und Muttermalen
  • Guter Redner
  • Wird leicht zornig oder zumindest erregt
  • Lernt in mittlerem Tempo
  • Rötliche Haut, neigt zu Entzündungen
  • Hat viel Hunger, kann keine Mahlzeit auslassen
  • Unternehmungslustig, planvoll
  • Logischer Denker
  • Neigt zu Rechthaberei

Kapha-Eigenschaften

  • Freundliches, herzliches Wesen
  • Stabiler, schwerer Körperbau
  • Besitzt grosse Ausdauer und hat viel Kraft
  • Hat ein starkes Immunsystem, ist selten krank
  • Neigt zu Trägheit und Übergewicht
  • Hat selten Hunger, isst aber leicht zu viel
  • Liebt Familie und Geselligkeit
  • Neigt zu Besitzanhäufungen
  • Lernt langsam, behält Gelerntes gut
  • Ist der Fels in der Brandung, die Ruhe selbst
  • Schläft tief und lange
  • Langsamer Stoffwechsel

Mono-Dosha, Bi-Dosha und Tri-Dosha

Bei den wenigsten Menschen ist ein Dosha so stark ausgeprägt, dass man von einem Mono-Dosha-Typ spricht. Die meisten Menschen sind Bi-Dosha-Typen, zwei Doshas sind stärker ausgeprägt, das dritte fällt ab. Ganz selten gibt es Tri-Dosha-Typen, bei ihnen sind alle drei Doshas annähernd gleich stark ausgeprägt.

Wie auch immer bei dir die Einteilung ausfällt, so wie du auf die Welt gekommen bist, ist es genau richtig. Die Kunst des Lebens ist nun, mit Ayurveda diese Dosha-Verteilung möglichst ein Leben lang aufrechtzuerhalten. Das ist die beste Voraussetzung für Gesundheit und Vitalität.

  1. Zum downloaden/drucken: Die Doshas verstehen von Elmar Stapelfeldt, Europäische Akademie für Ayurveda (Acrobat PDF Download)




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